(Quelle: bntailor, via floriankueblbeck)
Diese andere, also backsteinerne Seite Hamburgs, findet sich zum Beispiel im expressionistischen Kontorhausviertel der Hamburger Altstadt mit seinen vielen Höfen, die allesamt in den zwanziger und dreißiger Jahren geschaffen worden sind. Das Chilehaus mit seinen vielfältigen architektonischen Bezügen zur See ist mit Sicherheit das Spektakulärste: Von Osten sieht das Chilehaus mit seinen relinggleichen Staffelgeschossen aus, als pflüge es wie ein Ozeandampfer durchs Meer, während der raue Ziegel wie die Gischt der sich am Rumpf brechenden Wellen wirkt, welche durch die geschwungene Südseite auch noch einmal architektonisch aufgenommen werden.
Der endgültige Entwurf stammt von Fritz Höger, der zweite Fritz, dem Hamburgs Stadtbild viel zu verdanken hat und von dem ebenfalls noch einiges zu sehen sein wird. Später behauptet er, die Wahl dieses qualitativ gesehen drittklassigen Ziegels sei seine bewußte Entscheidung gewesen. Allerdings fiel diese Wahl schon, bevor Höger herangezogen worden war: Schuld war das fehlende Geld. Im Nachhinein betrachtet stellte es sich als architektonischer Glücksfall dar.